Pressemitteilung

Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch am 17. Juni in Dresden
Breites antifaschistisches und zivilgesellschaftliches Bündnis ruft zu Protesten auf

In den vergangenen Jahren bot die Stadt Dresden mit einer offiziellen Kranzniederlegung an der Panzerkette am Postplatz einen weiteren Anknüpfungspunkt für Nazis und ihre Ideologie. Das Mahnmal Panzerkette steht für den Arbeiteraufstand in der DDR im Jahr 1953. Wie schon in den vergangenen Jahren wollen die NPD und ihre angeschlossenen Organisationen die Erinnerungskultur der Stadtoberen nutzen, um sich an dieser Veranstaltung zu beteiligen und eine falsche Deutung der Geschichte zu verbreiten. Dabei wird aus dem historischen Aufstand der Arbeiter_Innen für bessere Arbeitsbedingungen und Versorgung ein nationaler Aufstand zur Erreichung eines vereinten Nationalstaates gezaubert, ganz ohne historische Basis und jenseits belegbarer Fakten. Im Nachgang geht es als Demonstration durch die Dresdner Altstadt.

Das Bündnis „Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch am 17. Juni“ stellt sich diesem Geschichtsrevisionismus entgegen und ruft zu Protestaktionen gegen die Naziveranstaltungen auf. Parteien, Gewerkschaften, Gruppen und Initiativen aus dem antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Spektrum wollen zusammen mit möglichst vielen Menschen ab 10 Uhr am Postplatz in Dresden lautstark ihren Protest artikulieren und den Nazis auch im Juni in Dresden keine Bühne bieten.

Dazu erklärt Manuel Bergmann, Sprecher des Bündnisses: „Was alljährlich im Februar in Dresden gilt, muss auch im Juni gelten: Den Nazis keinen Meter! Wir rufen alle Menschen auf, sich gemeinsam, mit uns, den Nazis auch am 17. Juni in den Weg zu stellen.“

Eine klare Distanzierung der Stadtverwaltung zur NPD Aktion sucht man vergeblich. In den vergangenen Jahren konnten auf der offiziellen Stadtveranstaltung immer wieder Nazis, geschützt durch einen „Nationalen Ordnerdienst“, an der Veranstaltung teilnehmen. Die Szenerie gleicht dem jährlichen Akt im Februar auf dem Heidefriedhof. Proteste dagegen sind unerwünscht. Die Polizeiführung sieht das ähnlich und drohte den Anmelder_Innen von Gegenprotesten im Vorfeld: „Die NPD wird laufen“ so Einsatzleiter Kretzschmar von der Dresdner Polizei. Eine weitere Posse sächsischer Verhältnisse.

Bergmann dazu: „Wir fordern die Stadtverwaltung endlich zum Handeln gegen die Nazis auf. Auf dem Heidefriedhof wurde das Protokoll für den Februar geändert, vielleicht lernt die Stadt daraus und verweigert den Nazis endlich die Plattform für ihren Geschichtsrevisionismus. Ich denke allerdings, es ist an uns allen die Nazis zu stoppen.“

Das Bündnis „Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch am 17. Juni“ hat eine Webseite unter http://dresden1706.noblogs.org geschaltet.


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